Die Historie des Baustoffes Kalk

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Kalk – die Renaissance eines Baumaterials

Kalk – insbesondere Luftkalk – war in der Vergangenheit ein unverzichtbares Baumaterial für Wohnhäuser und Sakralbauten. Dieser wurde mit Sand verschiedener Körnungen gemischt. So entstand ein geschmeidiger, gut zu verarbeitender Mörtel oder Putz. Für Mörtelarbeiten an Mauern und Fugen wurde Stückkalk verwendet, für die feinen Putze und Farben war die Grundlage Sumpfkalk. Kalk wird aus Kalkstein durch einen Brennprozess gewonnen. Zur Herstellung von Luftkalk wird ein besonders reiner Kalkstein benötigt. Luftkalk bindet rein carbonatisch ab. Der Kalk reagiert dabei mit dem Kohlenstoffdioxid in der Luft. Heute besinnen sich Bauherren zunehmend auf die positiven bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften des Baustoffes Kalk, sei es für Restaurierungsarbeiten oder bei Neubauten. Kalk ist ein Baustoff mit einer hervorragenden Ökobilanz. Die natürlichen Rohstoffe Kalk, Sand und Wasser – ohne chemische Zusätze – garantieren optimale Umweltverträglichkeit.

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Problematisch: zementhaltige Mörtel für die Restaurierung

Reine Kalk-Baustoffe weisen eine geringe Festigkeit auf. Daher werden den Mörteln seit dem späten 19. Jahrhundert hydraulische Bestandteile (Zement) zugefügt. Diese Mörtel haben höhere Festigkeiten mit schnelleren Abbindezeiten. Der festere Mörtel kann die Oberfläche eines Bauwerks besser stabilisieren, als es die reinen Kalk-Baustoffe vermochten. Der Einsatz von zementhaltigem Mörtel ist allerdings nicht unproblematisch, da dieser vielfach nicht mit dem reinen, weichen Kalkmörtel historischer Gebäude harmoniert. Auch bei weichen Baustoffen wie Tuff, Ziegelsteinen oder beim Fachwerkbau sind Schäden vorprogrammiert, wenn für Restaurierungsarbeiten starre, hochhydraulische Baustoffe, wie beispielsweise zementhaltige Mörtel, verwendet werden.

Bilderklärung: Das in weiches Gestein, wie zum Beispiel Tuff oder Ziegel, eindringende Wasser führt zu Quellprozessen. Diese Dehnung des Steins kann von der harten Fuge nicht ausgeglichen werden. Die Folgen sind, wie auf der Abbildung zu sehen, das Abplatzen der Fuge und die Zermürbung des Steins.